Grafik Zeitleiste Hochgeschwindigkeitszuege

Bahn: Mit Höchstgeschwindigkeit ans Ziel

Vor zehn Jahren brach ein neues Zeitalter im Bahnverkehr an: Mit der Eröffnung des Hochgeschwindigkeits-Verkehrs von Deutscher Bahn und französischer SNCF zwischen Deutschland und Frankreich am 1. Juni 2007 rückten die Länder deutlich zusammen. Heute fährt man in gut drei Stunden und mit über 250 Stundenkilometern von Stuttgart nach Paris. Seit 2007 haben ICE und TGV insgesamt rund 16 Millionen Fahrgäste befördert – eine Erfolgsgeschichte. Auch nach Marseille und Lyon gibt es inzwischen Hochgeschwindigkeits-Verbindungen.

Heute fährt fast ein Drittel der Deutschen (28,9 Prozent) häufiger auf Langstrecken mit dem Zug als noch vor zehn Jahren, weitere 38,9 Prozent fahren genau so oft. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungs-Unternehmens Innofact im Auftrag von Trainline, Europas führendem unabhängigen Bahnticketportal und Reise-App, unter 1032 Deutschen.

Dabei zeigt sich, dass der Zug heute im Fernreiseverkehr das öffentliche Verkehrsmittel Nummer eins ist. Im Inland ist der Spitzenplatz unangefochten: Mehr als zwei Drittel (67,2 Prozent) nennen die Bahn als bevorzugtes Reisemittel. Die Nummer zwei ist der Fernbus (27,9 Prozent). Doch nicht nur innerhalb Deutschlands ist die Bahn die Nummer eins, auch bei Reisen in Nachbarländer hat sie das Flugzeug überholt: Mit 39,2 Prozent gegenüber 38,6 Prozent liegt sie knapp vorn, so Trainline weiter,

Besonders beliebt ist die Bahn bei Jüngeren und bei Familien: Unter den unter 35-Jährigen bevorzugen vier von fünf Deutschen (81,1 Prozent) die Bahn, unter Haushalten mit mindestens einem Kind sind es 72,7 Prozent. Anmerkung: Bei beiden Fragen konnten die Befragten mehr als ein Transportmittel nennen.

Auf den populärsten innerdeutschen Strecken ist die Bahn die klare Nummer eins: Zum Beispiel bevorzugen 72,9 Prozent der Reisenden zwischen Köln und Berlin den Zug. Auch auf längeren Strecken wird der Zug Flieger und Bus vorgezogen: Von Berlin nach München sind es immerhin 56,2 Prozent. Aber auch auf einigen populären innereuropäischen Strecken liegt die Schiene vorn, selbst auf einigen, die noch nicht für Hochgeschwindigkeits-Züge ausgebaut sind. So ziehen fast zwei Drittel (64,2 Prozent) auf der Route Köln – Amsterdam den Zug vor und mehr als die Hälfte (51,5 Prozent) auf der beliebten Strecke von Berlin nach Prag. Immerhin jeder Fünfte (20,7 Prozent) würde beim Trip von einer Finanzmetropole (Frankfurt) in die andere (London) lieber mit dem Zug fahren.

Bei den Gründen, zum Zug zu wechseln, liegen Komfort und Bequemlichkeit an erster Stelle: 53,5 Prozent wechselten, weil es bequemer ist, 51,8 Prozent, weil man von Innenstadt zu Innenstadt reisen kann, und 47,1 Prozent schätzen es, im Zug Zeit für andere Dinge zu haben. Ein wesentlicher Grund ist auch die Schnelligkeit: Zwei von fünf Reisenden (40,6) nannten als Grund, dass der Zug schneller sei als andere Verkehrsmittel. Keine wesentliche Rolle spielt dagegen der Preis: Diesen nannten lediglich 23,5 Prozent der Befragten als wichtigen Grund, Bahn zu fahren.

„Der Start des deutsch-französischen

Hochgeschwindigkeits-Verkehrs vor zehn Jahren war ein entscheidender Meilenstein im europäischen Bahnverkehr“, sagt Daniel Beutler, General Manager bei Trainline International. „Seitdem ist Europa enger zusammengerückt und die Bahn eine ernsthafte Option auf vielen Strecken geworden. Die Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Reisenden die Bahn vorziehen, wenn sie die Möglichkeit haben. Trainline als hat sich zum Ziel gesetzt, neue Kunden für den Schienenverkehr zu gewinnen. Diese Ergebnisse sind für uns ein weiterer Beleg, dass unser Ansatz, den Zugang zu Bahnreisen zu erleichtern, im Sinne der Mehrheit der Reisenden ist.“

1903 – 1931    Deutschland ist die Wiege des Hochgeschwindigkeits-Verkehrs. Der Drehstrom-Triebwagen von Siemens & Halske war 1903 der erste, der die 200 km/h-Marke durchbrach. Er stellte mit 206 Stundenkilometern einen Weltrekord auf, der noch im gleichen Jahr von der AEG mit 210 km/h gebrochen wurde. Der legendäre Schienenzeppelin erreichte im Jahr 1931 230 Stundenkilometer – ein Rekord, der 24 Jahre Bestand hatte.

1988    In Deutschland wurde auch die 400-Stundenkilometer-Marke zuerst durchbrochen: 1988 erreichte ein ICE-V auf der Strecke Hannover – Würzburg 406,9 km/h.

1991    Zu Beginn der 1990er-Jahre brach eine neue Zeit im deutschen Bahnverkehr an: Der ICE brachte Deutschland ins Hochgeschwindigkeitszeitalter. Mit 280 km/h im Regelbetrieb gehörte die erste Generation weltweit zu den schnellsten Zügen seiner Zeit. Der 2000 in Betrieb genommene ICE 3 ist sogar für bis zu 330 km/h zugelassen.

2007    Am 1. Juni 2007 wurde der Hochgeschwindigkeits-Verkehr in Deutschland international. In einer Kooperation zwischen Deutscher Bahn und französischer SNCF wurden die Strecken Paris – Stuttgart und Paris – Frankfurt in Betrieb genommen. 2012 kam die Route Marseille – Frankfurt hinzu. Mittlerweile gibt es von Deutschland aus auch Hochgeschwindigkeitsverbindungen unter anderem nach Brüssel und London.

2017    Im Dezember 2017 soll die vierte Generation des ICE im Regelbetrieb an den Start gehen. Mit ihm soll das Hochgeschwindigkeitsangebot in Deutschland und im grenzüberscheitenden Verkehr deutlich ausgebaut werden. Der ICE4 wird im innerdeutschen Verkehr eingesetzt und mittelfristig als neues Rückgrat der deutschen Hochgeschwindigkeits-Flotte den ICE1 ersetzen.

Das Bahnbuchsportal Trainline bietet europaweit Bahntickets im Fern- und Regionalverkehr aus einer Hand. Auch die Hochgeschwindigkeits-Verbindungen zwischen Frankreich und Deutschland sind über Trainline buchbar.  Die Besonderheit: Trainline greift für die gemeinsam betriebenen Züge auf die Ticketkontingente sowohl der Deutschen Bahn als auch der SNCF zurück. Dadurch erhalten Trainline-Nutzer Zugang zu allen verfügbaren Tickets und den günstigsten Preis.

Trainline ist nach eigenen Angaben Europas führendes unabhängiges Bahnticketportal und Reise-App. Es verkauft Tickets von 86 Bahnunternehmen in 24 Ländern und vereinfachen dadurch die Mobilität in Europa. Im Durchschnitt werden jeden Tag 125.000 smartere Reisen gebucht. Seit 2017 ist Trainline Mitglied der Deutschen Zentrale für Tourismus e.V. (DZT).

(Quelle: Trainline / Grafik: Deutsche Bahn AG)

gateurope.de_2017-06-01 12:40:49