Autor Robert Menasse

Buchpreis 2017 geht an Robert Menasse

Für seinen Europa-Roman „Die Hauptstadt“ wurde am Montag, den 10. Oktober 2017, der österreichische Autor Robert Menasse mit dem Deutschen Buchpreises 2017 im Frankfurter Römer ausgezeichnet. Mit dem Preis zeichnet die Börsenverein Stiftung zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse (Gastland 2017: Frankreich) den deutschsprachigen Roman des Jahres aus.    

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert: Gerhard Falkner (Romeo oder Julia, Berlin Verlag), Franzobel (Das Floß der Medusa, Paul Zsolnay), Thomas Lehr (Schlafende Sonne, Carl Hanser), Marion Poschmann (Die Kieferninseln, Suhrkamp) und Sasha Marianna Salzmann (Außer sich, Suhrkamp).

Robert Menasse erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Preisträger wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 200 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2016 und dem 12. September 2017 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus haben die Jurorinnen und Juroren sechs Titel für die Shortlist gewählt.

Zur Begründung zur Preisvergabe an Robert Menasse hiess es: „Das Humane ist immer erstrebenswert, niemals zuverlässig gegeben: Dass dies auch auf die Europäische Union zutrifft, das zeigt Robert Menasse mit seinem Roman „Die Hauptstadt“‚ auf eindringliche Weise. Dramaturgisch gekonnt gräbt er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen. Und macht unter anderem unmissverständlich klar: Die Ökonomie allein, sie wird uns keine friedliche Zukunft sichern können. Die, die dieses Friedensprojekt Europa unterhöhlen, sie sitzen unter uns – ‚die anderen‚, das sind nicht selten wir selbst.

Mit „Die Hauptstadt“‚ ist der Anspruch verwirklicht, den Robert Menasse an sich selbst gestellt hat: Zeitgenossenschaft ist darin literarisch so realisiert, dass sich Zeitgenossen im Werk wiedererkennen und Nachgeborene diese Zeit besser verstehen werden.“

Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philiosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte 1980 mit einer Arbeit über den „Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb“, schreibt Suhrkamp in einer Pressemitteilung über den Autor. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt er als Literat und kulturkritischer Essaist hauptsächlich in Wien.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2017 gehörten an: Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung berlin), Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk), Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schröder (Rheinische Post).

(Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels  / Foto: © dpa)

gateurope.de_2017-10-11 12:25:21