Die EU im Vergleich zur Welt

In der diesjährigen Ausgabe der Eurostat-Veröffentlichung „The EU in the World“ werden die Europäische Union (EU) und die 15 G20-Staaten, die nicht Mitglied der EU sind, anhand einer Reihe europäischer und weltweiter Statistiken in 13 statistischen Bereichen* miteinander verglichen.

Die G20 umfasst die weltweit bedeutendsten fortgeschrittenen und aufstrebenden Volkswirtschaften. Vertreten sind die EU, vier EU-Mitgliedstaaten (Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich) sowie 15 Länder der übrigen Welt (Argentinien, Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und die Vereinigten Staaten).

Europa zählt 506 Millionen Einwohner

Im Jahr 2013 machten die G20-Mitglieder zusammen mehr als 61% der weltweiten Landfläche aus, auf sie entfielen 64% der Weltbevölkerung und sie erwirtschafteten 85% des weltweiten BIP.

Mit 506 Mio. Einwohnern entfielen im Jahr 2013 knapp über 7% der Weltbevölkerung (insgesamt 7,1 Mrd. Einwohner) auf die EU. Lediglich China (1 357 Mio. Einwohner bzw. 19,1% der Weltbevölkerung) und Indien (1 252 Mio. bzw. 17,6%) waren bevölkerungsreicher, während die Vereinigten Staaten (316 Mio. bzw. 4,4%), Indonesien (250 Mio. bzw. 3,5%) und Brasilien (200 Mio. bzw. 2,8%) einen geringeren Anteil an der Weltbevölkerung hatten als die EU.

Knapp 10 Milliarden Menschen im Jahr 2060

Bevölkerungsprognosen zufolge könnte die Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten um fast 3 Mrd. Menschen von 7,1 Mrd. im Jahr 2013 auf knapp 10,0 Mrd. im Jahr 2060 steigen.

Bis dahin dürfte Indien mit 1 644 Mio. Einwohnern bzw. 16,5% der Weltbevölkerung China (1 313 Mio. bzw. 13,2%) als das bevölkerungsreichste Land der Welt abgelöst haben.

Bis 2060 wird ein Rückgang des Anteils der meisten G20- Mitglieder an der Weltbevölkerung prognostiziert.

Der Anteil der G20-Mitglieder insgesamt würde demnach im Jahr 2060 nur noch knapp über der Hälfte (52,3%) der Weltbevölkerung liegen, verglichen mit fast zwei Dritteln (64,3%) im Jahr 2013.

Ebenfalls wird erwartet, dass der Anteil der EU an der Weltbevölkerung zukünftig abnehmen wird, von 7,1% im Jahr 2013 auf 5,3% im Jahr 2060.

Europäer werden im Schnitt 80 Jahre alt

Im Jahr 2012 lag die Lebenswartung bei Geburt in der EU bei 80 Jahren. Von den G20-Staaten, die nicht der EU angehören, verzeichneten Japan (84 Jahre), Australien (83 Jahre), Kanada (82 Jahre) sowie Südkorea (81 Jahre) die höchste Lebenserwartung. Südafrika (59 Jahre), Indien (66 Jahre), Russland (69 Jahre) und Indonesien (71 Jahre) wiesen hingegen die niedrigste Lebenserwartung auf.

Der Altenquotient, d. h. das Verhältnis der Anzahl älterer Menschen (65 Jahre und älter) zur Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (von 15 bis 64 Jahren), war 2013 in Japan (40,5%) bei weitem am höchsten, gefolgt von der EU (27,5%), Kanada (22,2%), Australien (21,5%) und den Vereinigten Staaten (21,0%).

Bis 2060 dürfte der Altenquotient in jedem der G20-Mitgliedstaaten massiv ansteigen.

Es wird erwartet, dass er in Südkorea (73,5%) und Japan (73,3%) bis dahin 70% übersteigt, so dass in diesen beiden Ländern auf zehn Personen im erwerbsfähigen Alter sieben ältere Menschen kämen.

In der EU dürfte sich der Altenquotient beinahe verdoppeln, von 27,5% im Jahr 2013 auf 50,2% im Jahr 2060.Europäer werden im Duchschnitt 80 Jahr alt

Fast ein Viertel des weltweiten BIP entfällt auf die EU

Mit einem Anteil an der Weltbevölkerung von 7,1% erwirtschaftete die EU 2013 fast ein Viertel des weltweiten BIP (23,7%). Die Vereinigten Staaten (22,2%), China (12,1%) und Japan (6,5%) hatten ebenfalls einen bedeutenden Anteil am weltweiten BIP.

Die Vereinigten Staaten und China waren auch 2014 die beiden wichtigsten Handelspartner der EU. Auf sie entfielen 15,3% bzw. 13,8% des gesamten Warenverkehrs der EU mit der übrigen Welt sowie 28,5% bzw. 4,1% des gesamten Dienstleistungsverkehrs der EU mit der übrigen Welt.

Saudi-Arabien hat die wenigsten Schulden

In Bezug auf Forschung und Entwicklung war der Anteil der F&E-Ausgaben im Vergleich zum BIP in Südkorea (4,04%), Japan (3,39%), den Vereinigten Staaten (2,79%) und Australien (2,39%) höher als in der EU (2,02%).

Im Bereich der öffentlichen Finanzen verzeichnete im Jahr 2013 von allen G20-Staaten Japan mit einem Wert von 243,2% den höchsten öffentlichen Schuldenstand im Verhältnis zum BIP und lag damit deutlich vor den Vereinigten Staaten (104,2%), Kanada (88,8%) und der EU (85,4%).

Am niedrigsten war der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum BIP dagegen in Saudi-Arabien (2,7%), Russland (13,9%), Indonesien (26,1%) und Australien (28,6%).

Japan und Kanada führend bei Internetnutzung

In weiteren Bereichen wie beispielweise Kommunikation und Verkehr zeigt sich in den G20-Staaten ebenfalls ein sehr unterschiedliches Bild.

So nutzten in Indien (15%) und Indonesien (16%) im Jahr 2013 weniger als 20% der in die Erhebung einbezogenen Bevölkerung das Internet.

In Japan und Kanada (je 86%), Südkorea (85%), den Vereinigten Staaten (84%) und Australien (83%) lag dieser Anteil dagegen bei über 80%.

In der EU lag der Anteil der Internetnutzer im Jahr 2013 bei 77%.

Die Anzahl der Personenkraftwagen pro tausend Einwohner reichte im Jahr 2013 in den G20-Ländern von weniger als 1 Pkw pro 10 Personen in Indien (20‰), Indonesien (77‰) und China (91‰) bis zu mehr als 1 Pkw pro 2 Personen in der EU (567‰), Japan (603‰), Kanada (635‰), Australien (722‰) und den Vereinigten Staaten (790‰).

Spitzenposition bei Umweltschutz und erneuerbaren Energien

Im Hinblick auf die Umwelt verzeichnete die EU im Jahr 2012 Kohlendioxidemissionen von 7,4 Tonnen je Einwohner.

In Australien (17,5 Tonnen), den Vereinigten Staaten (17,1), Saudi-Arabien (17,0 im Jahr 2010), Kanada (15,8), Südkorea (12,5), Russland (11,6), Japan (10,0) und Südafrika (9,0 im Jahr 2010) waren die Emissionen pro Einwohner höher.

Mit einem Anteil der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und Abfällen von 27,8% ist die EU auch im Bereich der erneuerbaren Energien führend.

Lediglich Brasilien (82,5%) und Kanada (63,3%) wiesen einen höheren Anteil auf.

  • Die 13 statistischen Bereiche sind: Bevölkerung, Lebensbedingungen, Gesundheit, allgemeine und berufliche Bildung, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Finanzen, Handel, Industrie und Dienstleistungen, Forschung und Kommunikation, Verkehr, Landwirtschaft, Umwelt und Energie

(Quelle: Eurostat)

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