Lebensfreude

Die neue Skala der Zufriedenheit

Erstmals beleuchtet die EU anhand objektiver Indikatoren und subjektiver Bewertungen die Lebenssituation der Europäer ab 16 Jahren. Anhand einer neu entwickelten Skala von 0 bis 10 wird die Zufriedenheit der Menschen bewertet. Fazit: Am unzufriedensten sind sie mit ihrer finanziellen Situation, die größte Zufriedenheit herrscht hingegen bei den persönlichen Beziehungen.

Dabei fällt auf, dass die Zufriedenheit mit den persönlichen Beziehungen in allen EU-Mitgliedstaaten größer ist als die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben selbst.

Unterschiedliche Einschätzungen

Am meisten zufrieden mit ihren persönlichen Beziehungen sind die Iren (8,6), Dänen und Österreicher (jeweils 8,5) sowie die Malteser (8,4). Jedoch gibt es auch eine Reihe von Ausnahmen.

Zum Beispiel bei den Belgiern und Finnen. Sie stellen die Zufriedenheit mit den Wohnverhältnissen vor jene mit den persönlichen Beziehungen. Ferner die Bulgaren. Bei ihnen rangiert die Zufriedenheit mit den Wohnverhältnissen, dem Arbeitsplatz und der Fahrtzeit zum Arbeitsplatz auf Platz eins. Eine Ausnahme machen auch die Schweden. Sie setzten die Zufriedenheit mit den Grün- und Erholungsflächen ganz nach vorne.

Zeitverwendung wichtig

Die Zeitverwendung ist in neunzehn weiteren Staaten ein wichtiges Thema: Sie landet hinsichtlich der Zufriedenheit auf dem vorletzten Platz. Bemerkenswerte Ausnahmen machen auch die Bulgaren. Sie setzen die Zufriedenheit mit dem Lebensumfeld und mit den Grün- und Erholungsflächen auf den vorletzten Platz.

In Zypern, Griechenland, Kroatien, Ungarn, Portugal und der Slowakei kommen die Grün- und Erholungsflächen auf den vorletzten Platz der Skala, in Italien das Lebensumfeld und in Lettland die Wohnverhältnisse.Am unzufriedensten sind die Menschen in der EU mit ihrer finanziellen Situation (6,0). Dies gilt für alle Mitgliedstaaten bis auf Schweden. Dort schneidet die Zeitverwendung etwas schlechter als die finanzielle Situation ab. Finanziell herrscht die größte Zufriedenheit in den drei nordischen EU-Mitgliedstaaten Dänemark und Schweden mit jeweils 7,6 sowie Finnland mit 7,5.

Am unzufriedensten in dieser Hinsicht sind die Bulgaren mit 3,7, die Serben mit 4,0 und die Griechen mit 4,3. Dabei fällt auf, dass bei der Beurteilung der finanziellen Situation das größte Gefälle zwischen den einzelnen EU-Staaten herrscht.

Das Lebensumfeld mit ein bezogen

Sozialkommissarin Marianne Thyssen betonte bei der Vorstellung des neuen Berichts von Eurostat „Quality of life in Europe – facts and views“, dass traditionelle Wirtschaftsindikatoren wie das Bruttosozialprodukt (BIP) als Indikator für den sozialen Fortschritt der Gesellschaft nicht ausreichen und durch die Einbeziehung des Lebensumfeldes ergänzt werden müssen.

„Das umfassende Bild, das die neuen Daten liefern, kann dazu beitragen, eine besser auf die Menschen zugeschnittene Politik zu entwickeln und die Lebenszufriedenheit der Europäer erhöhen“, sagte Thyssen.

Das neu entwickelte „Rahmenwerk der Lebensqualität“ umfasst folgende Dimensionen: materielle Lebensbedingungen; Gesundheit; Bildung; Freizeit und soziale Interaktion; wirtschaftliche und physische Sicherheit, Staatsführung und Grundrechte; natürliche Umgebung und Lebensumfeld; Zufriedenheit mit dem eigenem Leben insgesamt. (Siehe auch „Tag des Glücks“)

(Quellen: Eurostat / EU-Aktuell)

gateurope-2015-06-02 14:46:34