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Drastische Unterschiede bei den Mobilfunkpreisen in EU

Wenn im Juni 2017 alle Gebühren für Surfen, Telefonieren und SMS auf Reisen in andere Länder der EU entfallen, wird jeder bestehende oder neue Vertrag, der Roaming-Dienste umfasst, standardmäßig zu einem „Roaming wie zu Hause“-Vertrag („Roam Like at Home“ – RLAH). Das heißt, Kunden können EU-weit mobil telefonieren, SMS senden und surfen wie bei sich zu Hause – ohne zusätzliche Kosten, betont die EU-Kommission.

Seit 2007 haben die EU-Regelungen dazu geführt, dass die Roaming-Kosten für Verbraucher um 90 Prozent gefallen sind. Auch die Inlandspreise sind in diesem Zeitraum spürbar gesunken.

EU-Vorschriften und spezielle Schutzmaßnahmen stellen sicher, dass nirgendwo in der EU die neuen Roaming-Regeln missbraucht und die Preise im Inland erhöht werden. Denn gleichzeitig mit dem Wegfall der Roaming-Gebühren im Juni senkt die EU die maximalen Großhandelspreise, die die Betreiber sich gegenseitig für das Daten-Roaming in Rechnung stellen. Und zwar deutlich: im Juni um 85 Prozent,  danach werden sie weiter stetig zurückgehen. Das hilft vor allem kleineren Anbietern, auch virtuellen mobilen Netzbetreibern, ähnlich günstige Großhandelsangebote zu bekommen, wie die großen internationalen Telekommunikationsgruppen bereits für sich verhandelt haben. Damit sinken die Kosten für alle, die ihren Kunden Roaming-Dienste anbieten. Die Regelung stellt sicher, dass die Betreiber ihre bisherigen Preise beibehalten können.

Die Behauptung, Geringverdiener und Nichtreisende würden unter dem Strich sogar draufzahlen und für vielreisende Mobilfunknutzer mitzahlen, ist somit falsch, stellt die EU-Kommission klar.

In Deutschland decken die großen Netzbetreiber Telefónica, Vodafone und die Deutsche Telekom einen großen Teil des Roaming-Verkehrs ab. Diese drei gehören zu den größten Mobilfunk-Dienstleistern in ganz Europa. Sie kompensieren den grenzüberschreitenden Datenverkehr innerhalb ihrer Gruppe. In Spanien, dem beliebtesten Reiseziele der Deutschen, und Deutschland beispielsweise sind Telefónica und Vodafone etablierte Dienstleister. Aus diesem Grund ist es eher wahrscheinlich, dass sie die Kosten für ihre reisenden Kunden senken werden.

Auch das Reiseverhalten der Deutschen zeigt, dass es keinen Grund gibt, die Preise zu erhöhen. Die Deutschen reisen im Durchschnitt weniger als 9 Tage im Jahr in andere europäische Länder. Wenn man die durchschnittliche Reisezeit von 9 Tagen und das typische Verbrauchsmuster der Deutschen von 45,9 MB Datenvolumen am Tag, 3,1 Minuten Telefonie und 0,6 SMS am Tag zugrunde legt, würde ein Betreiber im Jahr 2017 pro Jahr pro Kunde 4,13 Euro für Roaming aufwenden. Im kommenden Jahr wären es mit den niedrigeren Großhandelspreisen nur noch 3,45 Euro. Das heißt, die Roaming-Kosten für die Betreiber belaufen sich auf wenig mehr als 1 Cent pro Tag.

Kunden, die dennoch mit Preiserhöhungen konfrontiert werden oder Missbrauch vermuten, werden gebeten, dies der nationalen Regulierungsbehörde mitzuteilen. In Deutschland ist das die die Bundesnetzagentur. Die Kunden können in jedem Fall ohne jegliche Gebühr von ihrem Vertrag zurücktreten.

Dennoch gilt: Ob Frankreich, Großbritannien, Schweden oder Finnland: Fast überall in der EU ist das mobile Telefonieren und Surfen mit LTE deutlich billiger als in Deutschland. Während die Smartphone-Nutzer hierzulande nur vier Gigabyte (GB) Datenvolumen für 35 Euro bekommen, erhalten sie für das gleiche Geld in Frankreich 50 GB – und damit zwölf Mal mehr. Das zeigt die Studie „Digital Fuel Monitor“ der finnischen Unternehmensberatung Rewheel für April 2016.

Auch machen Mobilfunkanbieter in jeden EU-Land unterschiedliche Preise: Vodafone-Kunden zahlen in Großbritannien beispielsweise 30 Euro für 20 GB mit LTE-Geschwindigkeit.

In Deutschland müssen Kunden für dasselbe Paket 92 Euro berappen. Ein aktueller Vergleich zwischen den Mobilfunkmärkten in Österreich und Deutschland belegt den drastischen Kostenunterschied beim mobilen Telefonieren – auch ohne LTE: Demnach zahlen die Handynutzer für mobile Daten in Deutschland derzeit vierzehn Mal so viel wie in Österreich. Das geht aus einer aktuellen Marktstudie des Telekommunikationskonzerns Mass Response GmbH (Wien) hervor, zu dem auch der MVNO-Mobilfunkanbieter spusu zählt.

Das hat Auswirkungen auf das Surfverhalten: Während Handynutzer in Deutschland pro SIM-Karte nur ein Datenvolumen von 433 Megabytes im Monat nutzen, verbrauchen sie in Österreich zum Surfen mehr als zwei Gigabyte mit Highspeed pro SIM-Karte, ergab die Studie. „Deutschland ist bei der Handynutzung aufgrund der extrem hohen Preise noch immer Entwicklungsland“, sagt der Wettbewerbsrechtler Julian Wachinger bei der Kanzlei rwzh Rechtsanwälte. „Dies hat massive Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland und vor allem auch den E-Commerce.“

Der MVNO-Mobilfunkanbieter spusu kritisiert in diesem Zusammenhang den fehlenden Marktzugang für das Unternehmen in Deutschland. „Auch deutsche Handynutzer haben ein Recht auf günstiges Surfen, Telefonieren und Simsen“, sagt Karl Katzbauer, Head of MVNO international bei spusu: „Daher wollten wir schon vor der Fußball-Europameisterschaft unsere Tarife wie zum Beispiel 3,5 GB Daten für 9,98 Euro und ohne versteckte Kostenfallen nach Deutschland bringen.“

Doch als Mobile Virtual Network Operator verfügt spusu über kein eigenes Mobilfunknetz und ist daher auf die Kooperation mit einem Netzbetreiber angewiesen, um in den deutschen Markt kommen zu können. In diesem Zusammenhang kritisiert das Unternehmen den deutschen Marktführer scharf, denn die Pläne von spusu in Deutschland Fuß zu fassen, werden von der Telefónica Deutschland seit mehreren Jahren offensichtlich ausgebremst.“

Die Fusion von o2 und E-Plus wurde von der EU-Kommission nur unter der Bedingung genehmigt, dass Telefónica Deutschland, als Mutterkonzern von o2, unter anderem auch Mobile Virtual Network Operator ans Netz nimmt: Bisher weigert sich das Unternehmen jedoch, diese Fusionsbedingungen umzusetzen“, ärgert sich Katzbauer und erklärt: „Der deutsche Mobilfunkmarkt leidet unter extremen wettbewerbshemmenden Bedingungen, die durch die Implementierung von neuen und eigenständigen Anbietern aufgebrochen werden könnten.“

Dass mehr Anbieter ein Plus für den deutschen Mobilfunkmarkt wären, zeigt sich am Beispiel Österreich, wo mit dem Start von spusu im Juni 2015 die Allmacht der Großbetreiber stark reguliert werden konnte.

„Dies führte zu einer deutlichen Belebung des Mobilfunkmarktes, von dem nicht nur vor allem die Handynutzer stark profitierten, sondern auch ein wirtschaftlicher Auftrieb in nur kürzester Zeit verzeichnet wurde. Vergleicht man den rasanten Aufstieg von spusu in Österreich mit Deutschland würde das bedeuten, dass der Mobilfunkanbieter rund 1.000 neue Arbeitsplätze in den nächsten fünf Jahren schaffen könnte“, informiert Katzbauer weiter.

Trotz mehrmaligen Einwänden, mit hinreichenden und nachvollziehbaren Argumenten, sieht die EU-Kommission derzeit offensichtlich keinen Handlungsbedarf, „und das obwohl eindeutig wettbewerbshemmende Maßnahmen (entgegen der Fusionsbedingungen, Anm.) ergriffen werden“, kritisiert Katzbauer abschließend und fordert den deutschen Marktführer auf, die EU-Bedingungen endlich umzusetzen und spusu den Zugang zum deutschen Mobilfunkmarkt zu ermöglichen. Rückenwind bekommt der österreichische Qualitätsanbieter in seinem Vorhaben zudem von den zuständigen deutschen Wettbewerbsbehörden.

Mass Response steht für individuelle und innovative Telekommunikationslösungen. Das Spektrum reicht dabei von der Abwicklung großer Televoting-Events wie dem Eurovision Song Contest bis zur zeitgemäßen Organisationsunterstützung von Kundendiensten und Contact und Call Centern. Als mittelständisches, eigentümergeführtes, österreichisches High-Tech Unternehmen mit Sitz in Wien ist die Zufriedenheit Ihrer Kunden das oberste Anliegen.

Seit Juni 2015 mischt Mass Response als Mobilfunkanbieter mit der eigenen Marke spusu erfolgreich am österreichischen Markt mit. spusu wurde mit dem smartchecker.at-Gütesiegel (Platz 1) und als Testsieger mit dem Qualitätssiegel des ÖGVS ausgezeichnet.

Wie viel GB Datenvolumen bekommt man in der EU für 35 Euro?

Land  > Datenvolumen

Finnland  >  unbegrenzt
Frankreich  >  50 GB
Dänemark  >  40 GB
Estland  >  30 GB
Niederlande  >  24 GB
Schweden  >  23 GB
Polen  >  20 GB
Litauen  >  20 GB
Vereintes Königreich  >  20 GB
Slowenien  >  20 GB
Luxemburg  >  15 GB
Österreich > 13 GB
Lettland  > 13 GB
Kroatien  >  10 GB
Irland  > 10 GB
Italien >  8 GB
Spanien  >  7 GB
Rumänien >  6 GB
Belgien  >  5 GB
Deutschland  >  4 GB
Zypern  >  3 GB
Portugal  >  3 GB
Tschechische Republik   >  2,5 GB
Slowakei  >  2 GB
Ungarn  >  1 GB

(Quelle: http://dfmonitor.eu)

Was kostet der günstigste EU-Smartphone Tarif mit mindestens 20 GB 4G LTE?

Land  >  Kosten

Polen >  13,80 EUR
Dänemark  >  15,41 EUR
Frankreich  >  19,99 EUR
Estland   >  19,99 EUR
Finnland  >  24,90 EUR
Schweden  >  27,39 EUR
Litauen  >  28,40 EUR
Vereintes Königreich  >  30,48 EUR
Niederlande  >  32,00 EUR
Slowenien  >  34,95 EUR
Italien  >  40,00 EUR
Irland  >   40,50 EUR
Luxemburg  >  44,00 EUR
Österreich  >  54,90 EUR
Portugal  >  59,99 EUR
Slowakei  >  68,00 EUR
Griechenland  >  81,80 EUR
Deutschland  >  92,49 EUR
Zypern  >  126,99 EUR

Quelle: http://dfmonitor.eu/

(Quelle: OTS / spusu)

gateurope.de_2017-04-06 19:21:13

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