EU erreicht ihr Ziel in der Entwicklungshilfe nicht

Entwicklungshilfe erreicht eigenes Ziel nicht

Die EU und ihre Mitgliedstaaten bleiben die weltweit größten Geber von Entwicklungsunterstützung. Jedoch bleiben die EU-Staaten hinter dem 2005 vereinbarten Ziel zurück, ihre Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens aufzustocken. Die EU-Kommission fordert deshalb mehr Engagement von den EU-Staaten, um dieses Ziel zu erreichen.

Unter anderem hat Deutschland seine Ausgaben für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit von 0,38 Prozent des Bruttonationaleinkommens im Jahr 2013 auf 0,41 Prozent im Jahr 2014 erhöht. Das geht aus den vorläufigen Zahlen zur kollektiven öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kürzlich in Paris veröffentlicht hat.

Weltweit grösster Geber

Elf Mitgliedsstaaten erhöhten 2014 ihre Ausgaben für die Entwicklungshilfe, 16 Mitgliedsstaaten gaben weniger für die Entwicklungszusammenarbeit aus und ein Land änderte seine Ausgaben nicht.

Der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, erklärte: „Ich bin stolz darauf, dass die EU trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation ihre Stellung als weltweit größter Geber von öffentlicher Entwicklungshilfe in den letzten Jahren aufrechterhalten hat. Allerdings sind wir von der Verwirklichung unserer ehrgeizigen Ziele noch weit entfernt.“

Die kollektive öffentliche Entwicklungszusammenarbeit der EU (Organe und Mitgliedstaaten) stieg insgesamt auf 58,2 Milliarden Euro (+ 2,4 Prozent gegenüber 2013) – und wächst somit im zweiten Jahr in Folge. Doch nur vier EU-Mitgliedsstaaten übertrafen 2014 die 0,7-Prozent-Marke: Dänemark gab 0,85 Prozent (2013: 0,85 Prozent), Luxemburg 1,07 Prozent (2013: 1 Prozent), Schweden 1,10 Prozent (2013: 1,01 Prozent) und das Vereinigte Königreich 0,71 Prozent (2013: 0,71 Prozent).

Bei manchen Ländern sank Anteil sogar

Neben Deutschland erhöhten auch Finnland (0,54 Prozent auf 0,6 Prozent), Kroatien (0,07 Prozent auf 0,11 Prozent), Luxemburg und Schweden ihre Ausgaben für Entwicklungshilfe. Frankreich gab 2014 weniger für die Entwicklungshilfe aus: Der Anteil fiel von 0,41 Prozent auf 0,36 Prozent. Auch Irland (0,46 Prozent auf 0,38 Prozent), die Niederlande (0,67 Prozent auf 0,64 Prozent), Portugal (0,23 Prozent auf 0,19 Prozent) und Spanien (0,17 Prozent auf 0,14 Prozent) stellten weniger Geld für die Entwicklungszusammenarbeit bereit.

2005 verpflichteten sich die EU-Mitgliedsstaaten ihre Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens aufzustocken, bis 2010 hätten sie bereits 0,56 Prozent bereitstellen sollen.

(Quelle: EU-Aktuell)

2015-04-13 12:53:02