EU als „Ort der Stabilität in einer unruhigen Welt“

Das Vertrauen in die EU nimmt weiter zu: Eine starke Mehrheit der Europäer schätzt die Zukunft der Europäischen Union positiv ein und auch das Vertrauen in die EU wächst weltweit: Es ist auf dem höchsten Stand seit 2010. Zugleich ist auch der Anteil der Bevölkerung, die die Wirtschaftslage ihres eigenen Landes optimistisch beurteilen, deutlich gestiegen. Und die Unterstützung für den Euro ist so hoch wie seit 2004 nicht mehr.

Erstmals ist im Rahmen der Eurobarometer-Umfrage das Image der Europäischen Union in elf Nicht-EU-Ländern untersucht worden. Auf diese Länder entfallen 49 Prozent der Weltbevölkerung und 61 Prozent des Welt-BIP. In den drei bevölkerungsreichsten Ländern der Umfrage (China, Indien und den USA) haben mindestens drei Viertel der Teilnehmer eine positive Meinung von der EU.

Die meisten Teilnehmer in den einbezogenen Ländern haben eine positive Meinung von der EU: 94 Prozent in Brasilien, 84 Prozent in China, 83 Prozent in Indien, 76 Prozent in Japan, 79 Prozent in Kanada, 75 Prozent in den USA, 67 Prozent in Australien und 54 Prozent in der Türkei. Gleichzeitig haben die Befragten in nähergelegenen Ländern (Russland, Norwegen und Schweiz) hier eher gemischte Gefühle (zwischen 43 Prozent und 46 Prozent haben ein positives Bild von der EU).

Die Umfrage zeigt außerdem, dass die EU in den betreffenden Drittländern generell als „Ort der Stabilität in einer unruhigen Welt“ wahrgenommen wird, allerdings mit großen Unterschieden von Land zu Land: So teilen in Indien 82 Prozent diese Einschätzung, in der Türkei 49 Prozent, während in Russland nur 33 Prozent der Aussage zustimmen und 61 Prozent gegenteiliger Auffassung sind.

Richard Kühnel, der Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, sagte zu den am Mittwoch (2. August 2017) vorgestellten Zahlen: „Der Trend zu einer positiven Sichtweise auf die Zukunft Europas verfestigt sich.“

59 Prozent der Deutschen und 56 Prozent der Europäer sehen die Zukunft der EU optimistisch – ein Anstieg von sechs Prozentpunkten gegenüber dem Herbst 2016. Am optimistischsten sind die Iren (77 Prozent). Der deutlichste Anstieg ist in Frankreich (55 Prozent, +14 Punkte seit Herbst letzten Jahres), Dänemark (70 Prozent, +13 Punkte) und Portugal (64 Prozent, +10 Punkte) zu verzeichnen.

Das Vertrauen in die EU nimmt weiter zu und liegt derzeit bei 42 Prozent, gegenüber 36 Prozent im Herbst 2016 und 32 Prozent im Herbst 2015. Am stärksten hat es in Frankreich (41 Prozent, +15 Punkte), Dänemark (56 Prozent, +11 Punkte) und Estland (55 Prozent, +11 Punkte) zugenommen. Auch in Deutschland stieg es um zehn Punkte auf 47 Prozent.

45 Prozent der Deutschen hat ein positives Bild von der EU (+8 Punkte seit Herbst 2016). Die Zahl der Befragten mit einem positiven Bild hat sich seit der letzten Eurobarometerumfrage im Herbst 2016 in 24 Mitgliedstaaten erhöht, insbesondere in Frankreich (40 Prozent, +11 Punkte), Dänemark (42 Prozent, +10 Punkte) und Luxemburg (57 Prozent, +10 Punkte).

68 Prozent der Europäer schließlich fühlen sich als Bürgerinnen bzw. Bürger der EU, das ist der höchste je gemessene Wert für diesen Indikator. 82 Prozent der befragten Deutschen fühlen sich als EU-Bürger, diese Werte werden nur von Luxemburgern übertroffen, von denen sich 89 Prozent als EU-Bürger sehen.

In Deutschland halten 90 Prozent der Befragten die gegenwärtige wirtschaftliche Lage ihres Landes für gut, europaweit teilen diese Einschätzung 46 Prozent (+5 Prozentpunkte seit Herbst 2016). Der Anteil derjenigen Europäer, die diese zuversichtliche Ansicht teilen, hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht (+20 Punkte seit Frühjahr 2013, +26 Punkte seit Frühjahr 2009).

Im Euro-Raum unterstützen fast drei Viertel der Befragten den Euro (73 Prozent, +3 Punkte), das ist der höchste Wert seit Herbst 2004. In Deutschland und fünf weiteren Ländern – Slowakei, Estland, Irland, Slowenien und Luxemburg – beträgt die Zustimmung 80 Prozent und mehr, in Deutschland 82 Prozent.

Der Terrorismus steht jetzt ganz oben auf der Liste der Herausforderungen, mit denen die EU nach Auffassung der Bürgerinnen und Bürger derzeit konfrontiert wird (44 Prozent, +12 Prozentpunkte seit Herbst 2016). Die Zuwanderung, die seit Frühjahr 2015 als eine der problematischsten Fragen genannt wurde, wird jetzt am zweithäufigsten genannt (38 Prozent, -7 Punkte). In Deutschland wird Zuwanderung von 40 Prozent als größte Herausforderung für die EU gesehen, gefolgt von Terrorismus (34 Prozent).

Auf nationaler Ebene sind die wichtigsten Anliegen europaweit weiterhin Arbeitslosigkeit (29 Prozent, -2 Punkte) und Zuwanderung (22 Prozent, -4 Punkte), wobei allerdings in beiden Fällen die Nennungen rückläufig sind. Für die Deutschen sind Zuwanderung (37 Prozent) und Terrorismus die größten nationalen Herausforderungen.

(Quelle: Europäische Kommission / Foto: gateurope / EU)

gateurope.de_2017-08-02 15:43:19