TV zeichnet aus: Die Grimme-Preisträger

Im Theater Marl wurden am Freitagabend, den 27. März 2015, die Preisträger des 51. Grimme-Preises ausgezeichnet. Insgesamt wurden in den drei Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung zwölf Preise für herausragende TV-Produktionen vergeben.

Dazu kommt der Sonderpreis des Landes NRW sowie die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbands (DVV), die in diesem Jahr an Ina Ruck (WDR) und Dietmar Ossenberg (ZDF) für ihre Leistungen als Auslandskorrespondenten verliehen wurden.

Fünf Produktionen wurden in der Kategorie Information & Kultur als Grimme-Preisträger ausgezeichnet. Marcel Mettelsiefen (Buch/Regie/Kamera) erhielt einen Preis für „Die Kinder von Aleppo“ (ZDF/ARTE/ Channel 4, unser Foto oben), eine berührende Dokumentation über eine Familie im syrischen Bürgerkrieg. Für den Dreiteiler „Akte D“ (WDR/MDR/BR) über die Geschichte der Bahn, der Stromkonzerne sowie der Justiz im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit wurden für Buch und Regie Christoph Weber, Winfried Oelsner, Florian Opitz sowie für Buch Julia Meyer und für ihre redaktionelle Arbeit Beate Schlanstein geehrt.

„Nach Wriezen“ und „Wir waren Rebellen“

Daniel Abma (Buch/Regie) erhielt einen Grimme-Preis für seinen Debüt-Film „Nach Wriezen“ (RBB/Filmuniversität Babelsberg), der drei jungen ehemaligen Straftätern auf ihrem weiteren Lebensweg folgt. Katharina von Schroeder (Buch/Regie) und Florian Schewe (Regie) wurden für ihr bewegendes Südsudan-Porträt „Wir waren Rebellen“ ausgezeichnet. Ein weiterer Grimme-Preis ging an Marc Wiese (Buch/Regie) für die Dokumentation „Camp 14“ (WDR/BR/ARTE) über das nordkoreanische Lagersystem.

Fiktion: „Der Fall Bruckner“

In der Kategorie Fiktion wurden Hans-Ullrich Krause und Cooky Ziesche (Buch) sowie Urs Egger (Regie) und Corinna Harfouch (Darstellung) für den Film „Der Fall Bruckner“ (BR) geehrt. Weitere Preise gingen an Michael Proehl (Buch), Florian Schwarz (Regie), Liane Jessen (Redaktion) sowie für ihre herausragende schauspielerische Leistung an Ulrich Matthes und Ulrich Tukur für den „Tatort – Im Schmerz geboren“ (HR).

Mit „Männertreu“ kann sich eine zweite HR-Produktion über Grimme-Preise freuen, ausgezeichnet wurden neben dem Buch von Thea Dorn Regisseurin Hermine Huntgeburth sowie die Schauspieler Matthias Brandt, Suzanne von Borsody und Maxim Mehmet.

Für das Drehbuch der Mauerfall-Komödie „Bornholmer Straße“ (MDR/ARD Degeto/RBB) wurden Heide und Rainer Schwochow (Buch) ausgezeichnet, weitere Preise gingen an ihren Sohn Christian Schwochow (Regie) sowie an Hauptdarsteller Charly Hübner und für die überzeugende Ausstattung an Lars Lange.

„Altersglühen – Speed Dating für Senioren“

Jan Georg Schütte (Buch/Regie) und Ulf Albert (Schnitt) erhielten Grimme-Preise für die von einem großartigen Cast improvisierte Partnersuche in „Altersglühen – Speed Dating für Senioren“ (WDR/NDR). An „Altersglühen“ ging 2015 auch der Publikumspreis der „Marler Gruppe“, die im Rahmen des Grimme-Preises eine Produktion unabhängig von der Grimme-Jury auszeichnet.

Für „Mr. Dicks – Das erste wirklich subjektive Gesellschaftsmagazin“ (EinsFestival/ WDR) wurden der Autor Thilo Jahn sowie die Produzenten Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann für die Produktion und Regie ausgezeichnet. Außerdem wurde WDR-1Live Wellenchef Jochen Rausch für den Input von 1Live bei der Entwicklung und Umsetzung des Formats geehrt, das in einer crossmedialen Innovationsredaktion des WDR entstand.

Einen emotionalen Moment geschaffen

Neben “Mr. Dicks” wurde außerdem ein Grimme-Spezialpreis an Dietrich Krauß, Max Uthoff und Claus von Wagner für den kalkulierten Bruch mit den Konventionen des Kabaretts in der Sendung „Die Anstalt“ (ZDF) vom 18.11.2014 verliehen. Das Trio habe eine klare Haltung gegenüber der aktuellen Flüchtlingsdebatte gezeigt, so die Jury. Durch den Auftritt des syrischen Flüchtlingschors wurde ein emotionaler Moment geschaffen.

Ebenfalls eine positive Bilanz zog das Grimme-Institut beim Fernsehangebot im Bereich Kinder- und Jugendliche. Neben der mit dem Sonderpreis des Landes NRW ausgezeichneten Produktion „Ab18 – 10 Wochen Sommer“ habe es auch in den klassischen Preiskategorien ein deutlich breiteres Angebot an Stoffen für jüngere Zielgruppen gegeben, so die Jury.

(Quelle: Grimme-Preis / Foto: ZDF)

gateurope-2015-03-27 19:55:07