Huang Min View review

„China 8 war ein Meilenstein“

Ausstellungsmacher Professor Walter Smerling bilanziert sein jüngstes Projekt folgendermaßen: „CHINA 8 war ein Meilenstein in der Ausstellungsgeschichte Nordrhein-Westfalens und des Ruhrgebiets“. 118.000 Menschen haben die CHINA 8-Ausstellung an Rhein und Ruhr besucht. Die Erwartungen der Initiatoren wurden deutlich übertroffen. „Unsere Ausstellung hat viele Menschen angelockt.“

Weiter: „Der Mix aus unterschiedlichen Stilarten und Perspektiven der chinesischen Kunst ist an Rhein und Ruhr auf fruchtbaren Boden gefallen. Und nicht nur an Rhein und Ruhr machte die Ausstellung Furore. Es wurde nationales wie internationales Publikum nach Nordrhein-Westfalen gelockt.“

Breite mediale Aufmerksamkeit

Auch in China hat die Ausstellung große Beachtung in der Kunstszene gefunden und erhielt eine breite mediale Aufmerksamkeit. Eine Initiative, die Schule machen soll. Daher überbrachte Chinas Botschafter und die Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking die Einladung an Ausstellungsmacher Walter Smerling, ein Konzept für eine Gegenausstellung zeitgenössischer deutscher Kunst in China zu entwickeln.

Für die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur e.V., Veranstalter von CHINA 8, ein großes Kompliment und eine schöne Herausforderung. „Wir werden die Gespräche mit der chinesischen Seite vertiefen. Aber wir brauchen noch etwas Vorlauf. Der Erfolg von CHINA 8 ist Maßstab und Verpflichtung für eine qualitativ gute Ausstellung in China“, betont Walter Smerling.

Ausstellungen lockten viele junge Menschen an

Auswertungen der Besucherströme und ihrer Interessen brachten das Ergebnis, dass fast 40 Prozent der Interessenten an CHINA 8 unter 35 Jahre alt waren. Das Angebot lockt also überproportional viele junge Menschen an. Viele Besucher nutzen aktiv das Kombi-Ticket, das einen einheitlich ermäßigten Eintritt für alle neun Museen in acht Städten an Rhein und Ruhr garantiert.

Ebenfalls ein großes Plus für flächendeckend gute Besucherzahlen: Der kostenlose Bus-Shuttle, der alle Museen regelmäßig miteinander verband.

Eine Auswahl der Fotoausstellung „Works in Progress“ aus dem Museum Folkwang, wird vom 19. September 2015 bis zum 3. Januar 2016 im Casal Solleric in Palma de Mallorca zu sehen sein. Nach dem kuratorischen Konzept von William A. Ewing und Holly Roussell Perret-Gentil werden 18 ausgewählte Positionen der Fotoausstellung „Works in Progress“ von Essen nach Mallorca reisen.

Auch Bundespräsident Gauck kam

Bundespräsident Joachim Gauck besuchte am 1. September 2015 die CHINA 8-Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf. Der Bundespräsident hatte die Einladung durch Prof. Walter Smerling, Sprecher des Kuratoriums, angenommen und würdigte mit seinem Besuch die Ausstellung CHINA 8, die zum kulturellen Dialog zwischen China und Deutschland einlädt und gleichzeitig die reichhaltige Kunst- und Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens präsentiert.

Hier der Ankündigungs-Text vom 14. April 2015: Die Kunst- und Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen ist mit ihren zahlreichen Museen und hochkarätigen kulturellen Einrichtungen in dieser Dimension einmalig. Das Europäische Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 war ein wichtiger Meilenstein für die überregionale Wahrnehmung dieser reichen Kulturlandschaft. Danach strebten die Museen auf Initiative der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. ein gemeinsames internationales Ausstellungsprojekt  an – und setzten es um.

Mit „CHINA 8 – Zeitgenössische Kunst aus China an Rhein und Ruhr“ ist es nun gelungen, diese Idee zu realisieren: Acht Städte an Rhein und Ruhr, neun Museen, rund 120 Künstlerinnen und Künstler mit circa 500 Werken präsentieren die bislang größte museale Bestandsaufnahme zeitgenössischer chinesischer Kunst weltweit vom 15. Mai bis 13. September 2015.

Künstlergespräche und Live-Performances

CHINA 8 steht unter der Schirmherrschaft von Sigmar Gabriel, der die Ausstellung am 13. Mai bei der zentralen Eröffnungsfeier im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg (Deutschland) eröffnen wird. Ab dem Feiertag Christi-Himmelfahrt, 14. Mai 2015, ist die Ausstellung für alle Besucher geöffnet. Lokale Eröffnungsveranstaltungen, Künstlergespräche und Live-Performances finden am 14. Mai und dem sich anschließenden Wochenende statt. Bis zu chinesische 30 Künstler werden zur Eröffnung erwartet.

Jedes Museum präsentiert entsprechend seiner Sammlungsgeschichte, den räumlichen Besonderheiten und der eigenen programmatischen Ausrichtung unterschiedliche Sparten der zeitgenössischen chinesischen Kunst: Im Lehmbruck Museum sind unter dem Titel „Neue Figuration“ Skulpturen zu sehen, das Kunstmuseum Mülheim an der  Ruhr zeigt Installationen und Skulpturen als „Modelle der Irritation“, das Kunstmuseum Gelsenkirchen widmet sich mit „Tradition Heute“ der Tuschemalerei und Kalligrafie.

„Das Vokabular der sichtbaren Welt“

Die Kunsthalle Recklinghausen spannt ein „Panorama der Malerei“ und präsentiert junge und kritische Malerei, das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst widmet sich unter dem Titel „Das Vokabular der sichtbaren Welt“ den chinesischen Malern, die bereits nationale und internationale Erfolge feiern.

Video und Sound als Medium der „Angehaltenen Zeit“ werden im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl zu erleben sein, das Osthaus Museum Hagen zeigt Installationen und Objekte als „Paradigmen der Kunst“.

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert unter dem Titel „Works in Progress“ aktuelle Fotografie, die zeitgleich auch in China zu sehen ist. Das NRW-Forum Düsseldorf bildet mit „Overview – Blicke auf China“ das Entree zur Ausstellung und versammelt Werke mehrerer beteiligter Künstler aus unterschiedlichen Sparten. Im Zusammenspiel ergibt sich ein facettenreicher Ausschnitt der aktuellen Kunstlandschaft der Volksrepublik China.

China und NRW im Wandel

Darüber hinaus ist CHINA 8 auch aus kulturpolitischer Sicht für das Bundesland Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung. Erstmalig seit RUHR.2010 engagieren sich neun Museen in acht Städten gemeinsam für ein internationales Ausstellungsprojekt, das zum kulturellen Dialog zwischen Asien und Europa, China und Deutschland einlädt.

Es gibt viele Parallelen: Die Metropole Ruhr, der größte Ballungsraum Deutschlands mit rund 5,1 Mio. Einwohnern, befindet sich inmitten eines Strukturwandels. China vollzieht diesen Strukturwandel in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht in einem atemberaubenden Tempo. Dies reflektieren die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten.


Die beteiligten Museen sind:

NRW-Forum Düsseldorf
Overview – Blicke auf China
15. Mai bis 30. August 2015

Lehmbruck Museum, Duisburg
Neue Figuration – Erzählende Skulptur
15. Mai bis 13. September 2015

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg
Das Vokabular der sichtbaren Welt – Malerei
15. Mai bis 13. September 2015

Museum Folkwang, Essen
Works in Progress – Fotografie aus China
15. Mai bis 13. September 2015

Kunstmuseum Gelsenkirchen
Tradition Heute – Tuschemalerei und Kalligrafie
15. Mai bis 13. September 2015

Osthaus Museum Hagen
Paradigmen der Kunst – Installation und Objektkunst
15. Mai bis 13. September 2015

Skulpturenmuseum Glaskasten Marl
Die angehaltene Zeit – Video und Sound
15. Mai bis 13. September 2015

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
Modelle der Irritation – Installation und Skulptur
15. Mai bis 13. September 2015

Kunsthalle Recklinghausen
Panorama der Malerei – Junge und etablierte Positionen
15. Mai bis 13. September 2015

Bildlegende: Huang Min, View, review, 2010, (Detail) Oil on canvas, 218 x 1600 cm, © Huang Min

(Quelle: Pressebüro China 8)

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