Zufriedener Handwerker

Jobzufriedenheit: Handwerker weit oben

In Leipzig leben die unzufriedensten Arbeitnehmer in Deutschland, in München dagegen die glücklichsten. Vor allem die mittlere Führungsebene ist überdurchschnittlich unzufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. Teamleiter, Filialleiter, Niederlassungsleiter oder Schichtleiter – alle diese mittleren Leitungspositionen liegen auf den letzten zehn Plätzen der glücklichsten Berufe in Deutschland. Das ergibt sich aus einer aktuellen Studie von Indeed, der weltweit größten Jobseite.

Indeed hat für die Untersuchung rund 25.000 Unternehmensbewertungen auf der eigenen Seite ausgewertet. Auf den Indeed Unternehmensseiten können Arbeitnehmer Unternehmen in den Bereichen Führung, Jobsicherheit, Entwicklungsmöglichkeiten, Unternehmenskultur, Work-Life-Balance und Entlohnung bewerten. Durch die Analyse der Daten ist Indeed in der Lage zu sehen, wie Menschen in Deutschland die Zufriedenheit mit ihrem Job bewerten.

Die glücklichsten Berufe in Deutschland sind eine bunte Mischung aus allen Ausbildungswegen und Hierarchiestufen. So gehören zu den Top 20 der zufriedensten Berufe viele traditionelle Handwerksberufe wie Maurer, Tischler oder Elektriker. Zufrieden sind allerdings auch – entgegen aller Klischees – Lehrer und Krankenschwestern. An der Spitze der Liste stehen Trainer, studentische Hilfskräfte und, wenig überraschend, Geschäftsführer.

Auch regionale Unterschiede zeigen sich. Überdurchschnittlich zufrieden sind die Arbeitnehmer in München, Frankfurt am Main, Stuttgart und Köln. Berlin, Hamburg und Düsseldorf dagegen liegen unter dem Bundesschnitt, Leipzig klar auf dem letzten Platz.

Menschen in mittleren Führungspositionen

gehören zu den unzufriedensten Mitarbeitern überhaupt. Gute Bezahlung ändert das nicht. Denn es sind laut der Untersuchung gerade nicht die harten Faktoren wie Bezahlung, Jobsicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten, die das Glück am Arbeitsplatz bestimmen. Diese spielen nur eine nachrangige Rolle. Entscheidend für das Glück am Arbeitsplatz ist vor allem die Work-Life-Balance, gefolgt von Führungsstil und Unternehmenskultur.

Die gute Nachricht für Unternehmen ist: Gerade an den Themen Work-Life-Balance und Unternehmenskultur kann jedes Unternehmen aktiv arbeiten. „Der Faktor Work-Life-Balance ist sogar sehr einfach zu beeinflussen“, so Frank Hensgens, Geschäftsführer Indeed Deutschland. „Home-Office-Regelungen oder wirklich flexible Arbeitszeiten bedeuten für die meisten Unternehmen keine großen Investitionen, können aber über Nacht die Work-Life-Balance der Mitarbeiter ändern.Die Änderung der Unternehmenskultur ist aufwändiger, kann aber die Mitarbeiterbindung und Attraktivität des Arbeitgebers nachhaltig verbessern. Ein erster Schritt hierzu kann die aktive Auseinandersetzung mit Unternehmensbewertungen wie bei Indeed sein. Hier finden sich oft wertvolle Hinweise Ihrer eigenen Mitarbeiter.“

Einige weitere Daten aus der Studie:

Die 10 zufriedensten Länder (Quelle: Indeed Happiness Index 2016):

1. Kolumbien

2. Mexiko

3. Russland

4. Irland

5. Brasilien

6. Norwegen

7. Chile

8. Neuseeland

9. Spanien

10. Venezuela

Die 10 unzufriedensten Länder (Quelle: Indeed Happiness Index 2016):

1. Japan

2. Deutschland

3. Südafrika

4. Frankreich

5. Polen

6. Malaysia

7. Österreich

8. Singapur

9. Indien

10. China

Die fünf wichtigsten Faktoren für die Jobzufriedenheit (Quelle: Indeed Happiness Index 2016):

1. Work-Life-Balance

2. Management

3. Unternehmenskultur

4. Jobsicherheit & Karriereperspektive

5. Gehalt und Benefits

Die fünf wichtigsten Faktoren bei der Jobwahl (Quelle: Quelle: Harris Poll Befragung im Auftrag von Indeed vom 1. bis 8. Juli 2015 unter 2.030 deutschen Arbeitnehmern):

1. Gute Bezahlung (64%)

2. Flexible Arbeitszeiten (42%)

3. Guter Standort (40%)

4. Arbeit mit Sinn (37%)

5. Arbeitsumgebung (34%)

(Quelle: OTS)

gateurope.de-2016-03-29 10:17:02