»Ludwig Goes Pop«

Seit Februar 2015 zeigt das mumok auf vier Ebenen einen der weltweit bedeutendsten Bestände der Pop Art: die Sammlung des deutschen Industriellen-Paars Peter und Irene Ludwig. In der Wiener Ausstellung liegt der Fokus auf Arbeiten von Mitte der 1950er-Jahre bis Mitte der 1970er-Jahre mit über 100 Meister-Werken.

Die wichtigsten Vertreter der amerikanischen Pop Art wie Duane Hanson, Robert Indiana, Jasper Johns, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Andy Warhol oder Tom Wesselmann sind mit größeren Werkgruppen und Schlüsselwerken vertreten.Daneben werden mit Exponaten von Peter Blake oder Richard Hamilton Hauptvertreter der britischen Ausprägung der Pop Art vorgestellt.

Zunächst war die Pop Art in Europa unbekannt

Schneller als jede andere Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts setzte sich die Pop Art auf dem Kunstmarkt durch und wurde gleich nach ihrem Auftauchen vielfach und unter großem Publikumsandrang in den USA ausgestellt. Peter und Irene Ludwig begannen Anfang der 1960er-Jahre die Kunst amerikanischer Pop-Art-Künstler für sich zu entdecken – zu einer Zeit, als man diese Kunstrichtung in Deutschland kaum kannte.

Erst mit Auftritten auf der Biennale di Venezia 1964 und der documenta 4 (1968) in Kassel wurde die Pop Art auch in Europa einem breiten Publikum bekannt.

Das Lebensgefühl der 60er-Jahre

Ihrem Gespür für die Bedeutung dieser Kunst ist die größte Sammlung amerikanischer Pop Art außerhalb der USA zu verdanken. Für die Ausstellung »Ludwig Goes Pop« im mumok wird der auf verschiedene Häuser weltweit aufgeteilte Bestand des Sammlerpaars erstmals wieder zusammengeführt und somit exemplarisch darstellbar.

Bücher, Schallplatten und Filme der Zeit wie beispielsweise Dara Birnbaums Pop-Pop-Video (1980) ergänzen die Ausstellung und betten die Werke in einen größeren soziologischen Kontext ein.

In den Arbeiten der Pop Art spiegelt sich das Lebensgefühl der 1960er-Jahre wider. Mit ihrer Kunst reagierten die KünstlerInnen auf die zunehmende Kommerzialisierung der Nachkriegsgesellschaft und die verstärkte Präsenz von Massenmedien wie Fernsehen, Werbung und Zeitschriften. Die Pop Art interessierte sich für die Verpackung, den äußeren Schein, das Klischee, das Zitat. Es wurde kein Unterschied zwischen Hoch- und Trivialkultur gemacht.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Museum Ludwig, Köln, wo sie in anderer Form bis 11.Jänner 2015 zu sehen war.

Katalog: Ludwig Goes Pop, Herausgegeben von Stephan Diederich, Luise Pilz (Museum Ludwig Köln). Deutsch und englisch, 304 Seiten, 180 Farbabbildungen. Ausstattung: Softcover, Preis: € 29,80 (Museumsausgabe), € 38,–, (Buchhandel) ISBN 978—3-86335-599-9

Ausstellung: 12. Februar bis 13. September 2015, Montag: 14–19 Uhr, Dienstag bis Sonntag: 10–19 Uhr, Donnerstag: 10–21 Uhr, Eintritt: Normal € 10,–, Ermäßigt € 8,– bzw. € 7,–

Anschrift: mumok Museum moderner Kunst, Stiftung Ludwig Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien

(Quelle: mumok / Bild: Andy Warhol Campbell’s Soup Can I-X, 1968 © A. Warhol Foundation for the Visual Arts, New York / Bildrecht Wien, 2015, Photo:: Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen / Anne Gold)

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