Spielstrasse aus Plastik

Mehr Spielraum für Kinder

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert anlässlich des Weltspieltages die Einrichtung von Spielstraßen zu erleichtern. Dazu sollten Bundesregierung und -tag eine entsprechende Initiative ergreifen. Die bisherige Rechtslage erschwere vielen Kommunen die Einrichtung von Spielstraßen.

So dürfen Geh- und Fahrwege baulich nicht voneinander abgetrennt sein. Außerdem muss klar sein, dass in diesem Bereich die Aufenthaltsfunktion überwiegt. Durch diese Vorgaben fehlen vielen Kommunen die finanziellen Mittel, um Straßen in Spielstraßen umzuwandeln.

„Mehr Lebensqualität im Wohnumfeld“

Zum Weltspieltag, den 28. Mai 2015, hat das Deutsche Kinderhilfswerk eine bundesweite Umfrage unter Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Gefragt wurde beispielsweise nach den Möglichkeiten, draußen und auf Spielstraßen zu spielen und nach dem Wunsch der Kinder und Jugendlichen nach einem autofreien Sonntag, an dem überall auf der Straße gespielt werden könnte.

„Spielstraßen oder verkehrsberuhigten Zonen verdrängen zwar nicht den Autoverkehr aus den Innenstädten, schaffen aber mehr Spielraum für Kinder und damit mehr Lebensqualität im Wohnumfeld. Weil Spielstraßen vielerorts bessere Tempo-30-Zonen, aber keine wirklichen Spielstraßen sind, gibt es wenig Kinder oder Eltern, die sich trauen, diesen Raum zu nutzen.  … Auch Autofahrer müssen sich an die Bedürfnisse der Kinder anpassen. Schrittgeschwindigkeit sollte genauso selbstverständlich sein wie geduldig zu warten, bis Kinder ihre Jacken zur Seite geräumt haben. Spielstraßen müssen endlich zu Spielstraßen werden!“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Ein Recht auf Spiel

Der Weltspieltag stand in Deutschland und bei Partnern in Österreich und der Schweiz in diesem Jahr unter dem Motto „Unsere Straße ist zum Spielen da!“. Mit dem Weltspieltag will das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit seinen rund 200 Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“ darauf aufmerksam machen, dass spielende Kinder aus dem Stadtbild immer mehr verbannt werden.

Rund um den Weltspieltag fanden mehr als 300 Aktionen statt, die vor Ort von öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und Nachbarschaftsinitiativen durchgeführt werden. Die Schirmherrschaft über den Weltspieltag 2015 hat die Kinderkommission des Deutschen Bundestages übernommen, Botschafter ist der Fernsehmoderator und Autor Ralph Caspers.

Die Erwachsenen sind in der Pflicht

„Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sie sind jetzt schon da. Sie haben heute Rechte und Bedürfnisse. Und dazu gehört das Recht auf Spiel. Um daran zu erinnern, ist der Weltspieltag eine wunderbare Möglichkeit“, sagt Susann Rüthrich, Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages.

„Kinder brauchen Zeit zum Spielen und vielfältige Möglichkeiten, die Welt um sie herum kennen zu lernen. Dazu gehört auch das Spielen auf der Straße und dem Gehweg. Das muss für Kinder gefahrlos möglich sein, und wir Erwachsenen müssen dafür sorgen, dass das geht“, unterstreicht Ralph Caspers, Botschafter des Weltspieltages.
Der Weltspieltag 2015 wurde deutschlandweit zum achten Mal ausgerichtet. Eine Übersicht über verschiedene Aktionen zum Weltspieltag findet sich HIER.   (Siehe auch: „Unsere Straße ist zum Spielen da“)

(Quelle: OTS)

gateurope-2015-05-28 16:02:49
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