Midi-Pyrenäen: Weinbau und Weltkulturerbe

Midi-Pyrenäen ist die Heimat zahlreicher Stätten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Dazu gehören aber auch bekannte Produkte wie der Roquefort-Käse, Stopfleber-Spezialitäten, der schwarze Quercy-Trüffel,  Safrans sowie rund hundert weitere edle, regionale Produkte mit Qualitätszeichen.

Midi-Pyrenäen kann die gleiche Vielfalt an Weinen vorweisen, wie im gesamten Frankreich. Sie haben Charakter, Eigenständigkeit und beziehen ihre Authentizität aus ihrem jeweiligen Gebiet. Von den Ufern der Garonne bis zum Tal des Lot, von den Abhängen im Madiran bis an die Pforten von Toulouse, findet sich eine große Geschmacksvielfalt. Sie ist den unterschiedlichen Böden zu verdanken, dem lokalen Klima, den Rebsorten und dem überlieferten Können der Winzer. Insgesamt kann die Region 15 AOC-Lagen vorweisen.

Die Region nimmt die vierte 4. Stelle der französischen Weinproduktion ein, produziert insgesamt 3 Millionen Hektoliter, davon 20 Prozent trockene Weißweine, sowie 80 Prozent Rotweine und Rosés. Geschaffen von 5000 Winzern, die in 23 Winzergenossenschaften zusammengeschlossen sind. Die Gegend ist zudem die Wiege des Armagnac, dem ältesten Weinbrand Frankreichs.

Brulhois:

Departements Tarn et Garonne, Gers (und Lot et Garonne – Region Aquitaine) Rotweine und Rosés: Die Lagen der Côtes du Brulhois erstrecken sich an beiden Ufern der Garonne. Hier wird ein ausgefallener dunkler Wein produziert. Überwiegende Rebsorten: Cabernet franc, Merlot und Tannat. Fläche: 150 ha., Produktion: 8 500 hl.

Absolut sehenswert: Moissac, eine Etappe der Jakobswege nach Compostela, gehört zu den Grands Sites in Midi-Pyrenäen. Die Abteikirche mit dem großartigen Tympanon und dem Benediktiner-Kreuzgang mit fein gearbeiteten Kapitellen sind ein Meisterwerk der Romanik und wurden in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.Die Weinlagen von Brulhois werden vom Canal des Deux-Mers, ebenfalls ein Grand Site in Midi-Pyrenäen, durchquert. Das grüne Band des Kanals gefällt Flusstouristen und die ehemaligen Treidelpfade begeistern Radfahrer.

 Coteaux du Quercy:

Departements Lot und Tarn-et-Garonne: Rotweine und Rosés: Die zwischen den Weinlagen von Cahors und dem Anbaugebiet der Traubensorte AOC-Chasselas produzierten Weine Coteaux du Quercy sind das Ergebnis eines überlieferten Weinbaus durch engagierte Winzer. Überwiegende Rebsorte: Cabernet franc. Fläche: 250 ha.,Produktion: 8 000 hl.

Absolut sehenswert: Das mittelalterliche Dorf Saint-Cirq-Lapopie über dem Lot in der Nähe, ein Grand Site in Midi-Pyrenäen. Der zum Lieblingsdorf der Franzosen erkorene Ort begeisterte bereits André Breton, den berühmten Dichter des Surrealismus.

Außerdem Lalbenque, ein ursprüngliches Dorf auf der Karsthöhe, wo von November bis März dienstags ein berühmter Trüffelmarkt gehalten wird, ebenso die Schluchten des Aveyron mit schönen Felsendörfern wie Penne oder Bruniquel.

Côtes de Millau:

Departement Aveyron: Rotweine und Rosés: In diesen Weinlagen zwischen Roquefort und der Tarn-Schlucht beleben engagierte Winzer denen überlieferten Weinbau erneut. Überwiegende Rebsorte: Gamay. Fläche: 65 ha., Produktion: 1980 hl.

Absolut sehenswert: Die Autobahn-Brücke, Viaduc de Millau, ein Grand Site in Midi-Pyrenäen. Das spektakuläre Bauwerk scheint die Schwerkraft außer Kraft zu setzen. Mit 343 m überragt der höchste Pfeiler den Eiffelturm noch um 19 Meter. Der ausgesprochen ästhetische Brückenbau, der kürzlich in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde, überquert den Tarn auf einer Länge von 2460 m nahe der Tarnschlucht und den Karsthöhen des Larzac.

Estaing:

Departement Aveyron: Rot- und Weißweine, Rosés: Die Weine von Estaing zeichnen sich durch eine Assemblage der Produktion verschiedener Böden (Schiefer, Kalk und Sandstein) aus, die vielseitige Aromen ergeben. Überwiegende Rebsorte: Fer servadon für Rotweine und Chenin für Weißweine. Fläche: 20 ha., Produktion: 650 hl.

Absolut sehenswert: Das Dorf Estaing gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Über dem mittelalterlichen Zentrum erhebt sich das Schloss der Familie Estaing, die einen französischen Präsidenten stellte. Nach der Französischen Revolution wurde es als Nationalbesitz verkauft und war danach Sitz eines Ordens. Heute befindet sich in den Mauern die Fondation Valéry Giscard d’Estaing. Alljährlich an einem Wochenende im September ist das Dorf Schauplatz eines mittelalterlichen Festes.

Entraygues-Le-Fel:

Departement Aveyron: Rot- und Weißweine, Rosés: Die Reben reihen sich auf den Steilhängen über dem Lot-Tal. Überwiegende Rebsorten: Fer servadon für Rotweine und Chenin für Weißweine. Fläche: 20 ha., Produktion: 650 hl.

Absolut sehenswert: Conques, Grand Site in Midi-Pyrenäen und bedeutende Etappe auf dem Jakobsweg nach Compostela. Die Abteikirche mit einer bemerkenswerten Darstellung des Jüngsten Gerichtes auf dem Tympanon gehört zum UNESCO-Welterbe. Die von Pierre Soulages gestalteten Kirchenfenster konnten 2014 das 20. Jubiläum feiern.

Fronton:

Departements Haute-Garonne et Tarn-et-Garonne: Rotweine und Rosés: Das Fronton-Gebiet nimmt für sich in Anspruch, die « Weinlagen von Toulouse » zu sein. Die Hauptstadt der Region ist nur 40 Minuten entfernt. In diesem Anbaugebiet wird ein sehr charaktervoller Wein aus den weltweit einzigartigen Négrette-Reben produziert. Überwiegende Rebsorte: Négrette. Fläche: 2 400 ha., Produktion: 110 000 hl.

Absolut sehenswert: Toulouse, ein Grand Site in Midi-Pyrenäen. Die Hauptstadt mit ihrer leuchtenden Backstein-Architektur wird von einer heiteren Lebensart beherrscht. Zahlreiche historische Bauwerke gehören zum UNESCO-Welterbe, darunter die Basilika St-Sernin. Sehr beeindruckend sind auch die prächtigen Patrizierhäuser der Pastelhändler aus der Renaissance. Das historische Zentrum erstreckt sich am Garonne-Ufer, und auf den belebten kleinen Plätzen wird das « Dolce vita à la française» gepflegt.

Marcillac:

Departement Aveyron: Rotweine und Rosés: Nur 30 Minuten von Rodez, der Hauptstadt des Aveyron entfernt, reifen in einen Mikroklima auf den Hügeln von Marcillac die Weintrauben auf Terrassen. Überwiegende Rebsorte: Mansois. Fläche: 190 ha., Produktion: 7500 hl.

Absolut sehenswert: Zwei Grands Sites in Midi-Pyrenäen, das Dorf und die Abteikirche Sainte-Foy (UNESO.Welterbe) von Conques, eine bedeutende Etappe auf dem Jakobsweg nach Compostela, außerdem die Stadt Rodez mit dem neuen Museum Pierre Soulages. Das zeitgenössische Bauwerk beherbergt über 500 Werke des in Rodez geborenen Künstlers von internationalem Ruf, dessen Arbeiten in vielen Museen der Welt gezeigt werden.

Pacherenc du Vic-Bilh:

Departement Gers, Hautes-Pyrénées und Pyrénées Atlantiques (Region Aquitanien): Weißweine: Hier werden überraschende trockene und süße Weißweine produziert. Die Lagen erstrecken sich im gleichen Anbaugebiet wie der Madiran. Überwiegende Rebsorte: Gros und petit Manseng. Fläche: 300 ha.,Produktion: 10 200 hl.

Absolut sehenswert: siehe Weinlagen Madiran – Saint-Mont – Departement Gers: Weiß- und Rotweine, Rosés: Die in den Pyrenäenausläufern produzierten Weine erhalten regelmäßig Auszeichnungen für ihre Qualität. Die Weinlagen werden von den Jakobswegen nach Compostela durchquert. Überwiegende Rebsorte: Tannat für Rotweine und Rosés, gros Manseng für Weißweine. Fläche: 1 200 ha, davon stehen 20 Ar unter Denkmalschutz. Produktion: 50 000 hl.

Absolut sehenswert: Marciac, Grand Site in Midi-Pyrenäen, swingt im Rhythmus des Festivals Jazz in Marciac, zum dem jeweils in der ersten Augusthälfte mehr als 20000 Besucher herbeiströmen.

Saint-Sardos:

Departements Tarn-et-Garonne und Haute-Garonne: Rotweine und Rosés: Zwischen dem Lomagne-Gebiet und der Garonne erstreckt sich das, im Mittelalter für seine vorzüglichen Weine bekannte Anbaugebiet. Heute wird es von der für Midi-Pyrenäen untypischen Rebsorte Syrah beherrscht, die hier neben den Tannat-Reben angebaut wird. Überwiegende Rebsorten: Syrah. Fläche: 200 ha., Produktion: 7 000 hl.

Absolut sehenswert: Das Ingres-Museum im nahe gelegenen Montauban, das außer den Werken des Malers auch Bildhauereien von Antoine Bourdelle zeigt. Beide Künstler stammen aus Montauban, ausgezeichnet als « Ville d’Art et d’Histoire ». Die zweitgrößte Stadt Midi-Pyrenäens wird ebenfalls von einer leuchtenden Backstein-Architektur geprägt.

(Quelle: atout france / Foto: © atout france)

gateurope-2015-04-14 13:20:30