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Neuer Roaming-Tarif: Achtung, Stolpersteine

In wenigen Tagen ist es soweit: Das Ende der Roaming-Gebühren innerhalb Europas wird Wirklichkeit. Das bedeutet: Ab dem 15. Juni 2017 ist das Telefonieren im EU-Ausland mit dem Handy oder Smartphone nicht mehr mit Zusatzkosten belastet. Dennoch gilt es einige Punkte zu beachten, will man nicht über Stolpersteine fallen.

Pünktlich zum Sommerbeginn können sich Reisende im EU-Ausland also über die Abschaffung der ungeliebten und teuren Roaming-Gebühren freuen. Für Verbraucher in Europa heißt das: Telefonieren, SMS versenden und surfen im mobilen Internet ist nun zum Inlandstarif innerhalb des EU-Auslandes möglich. Die neue Roaming-Verordnung gilt für alle 28 EU-Staaten sowie in Norwegen und Island. Doch Vorsicht, es gibt einige Ausnahmen zu beachten.

Dazu zählt: Die Abschaffung der Roaming-Gebühren gilt nur für vorübergehende Aufenthalte im Ausland. Wenn Kunden die Abschaffung der Roaming-Gebühren dauerhaft zu ihren Gunsten nutzen möchten, zum Beispiel indem sie eine günstigere SIM-Karte im EU-Ausland kaufen und dauerhaft im Inland nutzen, können die Mobilfunkanbieter jedoch weiterhin zusätzliche Kosten in Rechnung stellen.

„In diesem Fall könnte es passieren, dass beispielsweise der polnische Mobilfunkbetreiber, bei dem Sie die SIM-Karte gekauft haben, Aufschläge berechnet, wenn Sie mit der Karte nur in Deutschland telefonieren“, erklärt André Schulze-Wethmar, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland.

Hinzu kommt, dass einige Anbieter auf die neue Roaming-Verordnung reagieren und ausschließlich „Inlandstarife“ anbieten. Die Nutzung der Mobilfunkkarte im Ausland ist dann nicht mehr möglich. Daher sollten Verbraucher vor einem neuen Vertragsabschluss oder einer Auslandsreise prüfen, ob sie mit ihrem Vertrag im EU-Ausland telefonieren und mobil surfen können.

Zu beachten ist auch: Der Tarif „Roam like at home“ gilt nicht im Heimatland. Wenn ein Kunde von Deutschland aus in ein ausländisches Netz telefoniert oder eine SMS ins EU-Ausland versendet, können Mobilfunkanbieter weiterhin höhere Preise als beim Heimtarif berechnen.

Und auf See gilt: Schiffe bleiben ebenfalls von der Roaming-Verordnung unberührt. Daher sollten insbesondere Kreuzfahrturlauber beim Telefonieren mit dem Handy vorsichtig sein – sei es an der Nordsee, Ostsee, im Mittelmeer oder der Atlantikküste, denn häufig werden die Netze an Bord der Schiffe von speziellen Schiffnetzbetreibern versorgt, die den Dienst mittels Satellit anbieten. Hierbei können sich die Kosten pro Gesprächsminute auf bis zu fünf Euro belaufen.

Siehe auch: Drastische Unterschiede bei den Mobilfunk-Preisen in EU

(Quelle: Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz)

gateurope.de_2017-06-06 15:49:56