Schneeleopard

Schneeleopard: Schutz für den „Geist der Berge“

Der Schneeleopard gehört zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Welt. Wilderer machen illegal Jagd auf sein begehrtes Fell, seine Knochen werden auf dem Schwarzmarkt verkauft, meist für die asiatische Medizin.

Schneeleoparden leben in den Hochgebirgen Asiens. Ihre Bestände reichen vom russischen Altai-Gebirge im Norden über das Tian Shan-Gebirge, den Pamir und Hindukusch im Westen, den Himalaya im Süden bis ins tibetanische Hochland und in die Steppenwüste Gobi im Osten. Die Art ist bislang in zwölf Ländern nachgewiesen, mit einem Verbreitungsgebiet von mehr als 1,8 Millionen Quadratkilometern.

Forscher auf den Spuren der Bergkatze

Das Territorium eines Schneeleoparden ist zwischen 20 und 500 Quadratkilometern groß und hängt von der Anzahl der verfügbaren Beutetiere ab. Aufgrund des oft schwer zugänglichen Terrains sind viele Regionen noch nicht oder nur lückenhaft untersucht.

Schätzungen gehen von einem Gesamtbestand von rund 4.000 bis 6.400 Tieren aus.

Wie viele der Bergkatzen weltweit genau leben, ist unbekannt. Daher startet der deutsche Naturschutzbund NABU nun erstmals, gemeinsam mit der bhutanesischen Regierung, eine Erfassung der Bestände in dem südasiatischen Staat.

„Schneeleoparden leben meist in schwer zugänglichen Regionen, hoch in den Bergen. Daher wissen wir bislang noch viel zu wenig über die Art, um sie auch effektiv schützen zu können. Das wollen wir ändern“, so NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt.

Kamerafallen helfen bei Erkundung

Ein gutes Beispiel sei Bhutan. Obwohl bereits lange Zeit bekannt ist, dass der bedrohte Schneeleopard hier vorkommt, werden seine Bestände erst jetzt erfasst. Seit Kurzem sind dazu in dem Land, das in etwa so groß ist wie die Schweiz, zehn Forscher auf den Spuren der Bergkatze: Sie befragen Anwohner, untersuchen gerissene Tiere, sammeln Nachweise in Form von Kot und versuchen Schneeleoparden direkt zu sichten.

Anschließend stellen sie mit Unterstützung durch den NABU Kamerafallen auf, um die Tiere näher zu erforschen. „Derzeit gehen wir davon aus, dass rund 100 bis 200 Schneeleoparden in Bhutan leben. Doch erst mit dieser Studie werden wir den genauen Zustand der Population kennen. Daraus können wir schließlich auch die richtigen Schutzmaßnahmen ableiten“, so Tennhardt.

Projekt in Kirgistan geplant

Ein ähnliches Projekt plant der NABU derzeit auch im rund 2.000 Kilometer entfernten Kirgistan. Gemeinsam mit der dortigen Regierung und weiteren Naturschutzorganisationen will der NABU ebenfalls systematisch erfassen, wie viele Schneeleoparden in dem Land leben und in welchen Gebieten.

Schneeleoparden sind Einzelgänger und leben meist oberhalb der Waldgrenze in ungefähr 2.700 bis 5.000 Metern Höhe. Der sogenannte „Geist der Berge“ bevorzugt Hochsteppen und felsiges Gelände. Neben der illegalen Jagd macht ihm der Verlust seines Lebensraumes zu schaffen. Auch seine wichtigsten Beutetiere, wie etwa das eindrucksvolle Argali-Riesenwildschaf, werden seltener.

Ziel: Gebietsschutz für die Großkatze

Seit 1999 engagiert sich der NABU für den Schutz der Schneeleoparden in Kirgistan. Mit seiner Anti-Wilderei-Einheit „Gruppa Bars“ überwacht er die Region, klärt vor Ort über die Großkatze auf und schützt ihren Lebensraum. Um auch über die Grenzen hinweg den Erhalt der Art zu sichern, brachte die kirgisische Regierung auf Initiative des NABU vor zwei Jahren alle zwölf Länder zusammen, in denen der Schneeleopard vorkommt.

Bei diesem ersten globalen Schneeleoparden-Forum verabschiedeten die Verbreitungsstaaten ein Schutzprogramm zum Erhalt der Art. Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2020 die 20 wichtigsten Gebiete für den Schneeleoparden unter Schutz gestellt werden, damit sich hier langfristig Populationen halten können. Der Tag dieser Vertragsunterzeichnung (23.10.) wird seither als „Internationaler Tag des Schneeleoparden“ weltweit gefeiert.

(Quelle: OTS / Foto: Nabu – Martin Forster)

gateurope-2015-10-22 19:24:05