Im italienischen Po Delta

Sieben neue Biosphärenreservate in Europa

Die UNESCO hat kürzlich 20 neue Gebiete auf allen Kontinenten als Biosphärenreservate anerkannt, sieben davon liegen in Europa. Somit steigt die Gesamtzahl der Biosphärenreservate auf 651 in 120 Staaten. Im Laufe der Sitzung des Internationalen Koordinierungsrates des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ in Paris sind Streichungen aus dem Weltnetz noch möglich.

Vom Tana-See in Äthiopien über die Inselgruppe Taka Bonerate in Indonesien, das Schutzgebiet Tang-e-Sayad im Iran, das Po-Delta in Italien bis hin zu einem Gebiet rund um den Inle-See in Myanmar reichen die Neuaufnahmen in das Weltnetz der Biosphärenreservate. Gemeinsam ist allen, dass sie repräsentativ für die Vielfalt an Ökosystemen weltweit sind. Sie zeichnen sich durch eine schonende Bewirtschaftung durch den Menschen aus. Zu den wichtigsten Kriterien für die Aufnahme in das Weltnetz zählt eine klare Strategie zur Förderung nachhaltiger Entwicklung.

Frankreich: Schluchten von Gardon

Das Biosphärenreservat erstreckt sich über 26 Gemeinden mit insgesamt 250.000 Einwohnern. Das Gebiet schließt unter anderem die Städte Uzes und Nimes sowie eine weltberühmte UNESCO-Welterbestätte, den Pont du Gard, ein. Das Biosphärenreservat besteht aus typischen mediterranen Landschaftsformen und beherbergt bedrohte Arten wie den Schmutzgeier und den Habichtsadler.

Aufgrund des reichen kulturellen, historischen und architektonischen Erbes ist die Region touristisch sehr attraktiv. Neben dem Tourismus lebt die lokale Bevölkerung vor allem von der Landwirtschaft, insbesondere dem Weinbau sowie der Produktion von Olivenöl, Trüffeln und Kräutern.

Italien: Toskanisch-Emilianischer Appenin

Das Biosphärenreservat erstreckt sich entlang des toskanisch-emilianischen Appenins von Passo della Cisa bis Passo delle Forbici an der klimatischen und geografischen Grenze zwischen dem kontinentalen und mediterranen Europa.

Insgesamt sind etwa 70 Prozent aller in Italien lebenden Arten in dieser Region zu finden. Das Landschaftsbild ist von mittelalterlichen Festungen geprägt. Darüber hinaus bieten auch traditionelle Volksfeste interessante Anknüpfungspunkte für eine touristische Entwicklung. In Zusammenarbeit mit der lokalen Landwirtschaft werden in Gaststätten Menüs von lokalen Produkten für Touristen angeboten.

Italien: Ledroalpen und Judikaren

Das kleine Biosphärenreservat von knapp 500 Quadratkilometern liegt im norditalienischen Trient zwischen dem Weltnaturerbe Dolomiten und dem Gardasee. Das Landschaftsbild ist typisch für diesen Teil der Ostalpen: Weiden und Almen, Wälder und Moore sowie Felder mit traditionellen Nutzpflanzen. Das Biosphärenreservat schützt wichtige Migrationskorridore und trägt so erheblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Alpenraum bei.

Innerhalb des Biosphärenreservats liegen zwei Siedlungen am Ledro-See und Carera-See. Die Gegend erfreut sich höchster touristischer Beliebtheit, sodass Tourismus die Haupteinnahmequelle der knapp 16.000 Bewohner des Biosphärenreservats darstellt. Darüber hinaus werden in der Region Wein, Oliven und Gemüse angebaut sowie Vieh gezüchtet.

Italien: Po-Delta

Dieses Biosphärenreservat umspannt mit dem Po-Delta das einzige Flussdelta Italiens. Durch den Zusammenfluss der Hauptarme des Pos sowie durch menschliche Aktivitäten ist eine flache, breite Ebene mit[/su_column]

unterschiedlichsten Landschaftsformen entstanden: von Küstendünen und Sandformationen, Lagunen, Pinienwäldern und Salzwiesen bis hin zu Fischteichen, Kanälen und hauptsächlich zum Reisanbau genutzten Feldern. Das Po-Delta ist ein wichtiges Ziel für Touristen. Zusammen mit der Fischzucht und der Landwirtschaft ist der Tourismus die wichtigste Einkommensquelle der 120.000 Bewohner.

Das Biosphärenreservat verfügt über ein komplexes Managementsystem. Dies bezieht die Regionalparks des Po-Deltas, die interregionale Agentur des Pos, die 16 Stadtverwaltungen, die Universitäten und weitere Akteure innerhalb des Biosphärenreservats mit ein. Seitens der UNESCO wird vorgeschlagen, dass sich das Biosphärenreservat Po-Delta mit anderen Biosphärenreservaten austauscht, die ebenfalls über ein Delta-Ökosystem verfügen.

Spanien: Anaga-Massiv

Im Nordosten der Insel Teneriffa liegt das Biosphärenreservat Anaga-Massiv auf 5.000 Quadratkilometern. Das Gebiet weist eine hohe Vielfalt von Reptilien, Vögeln, Fischen und besonders bei wirbellosen Tieren mit 1.900 Arten auf. Geologisch ist das Massiv einer der ältesten Bereiche der vulkanischen Insel, einige der Felsen sind über sieben Millionen Jahre alt.

Insgesamt leben mehr als 22.000 Menschen auf der Insel. Traditionell waren die wichtigsten Einnahmequellen Landwirtschaft, Viehzucht, insbesondere die Ziegenzucht, Forstwirtschaft und Fischerei. Mit der Entwicklung des Tourismus und der Schließung vieler Schulen in den 1960er Jahren zogen jedoch viele Inselbewohner vom Land in die Gegend um die Städte Santa Cruz und La Laguna. Die Gründung des Biosphärenreservats soll vor allem dazu beitragen, das kulturelle Erbe der Region zu fördern und den nachhaltigen Tourismus zu entwickeln.

Spanien/ Portugal: Iberica-Hochebene

Das grenzüberschreitende Biosphärenreservat mit 11.000 Quadratkilometern und 300.000 Einwohnern erstreckt sich über Teile der Provinzen Salamanca und Zamora in Spanien sowie Terra Quente und Fria in Portugal. In der Gegend leben viele bekannte Arten, wie der Schwarzstorch, der Schmutzgeier, der Habichtsadler, der Uhu, der Fischotter und der Wolf.

Bauwerke aus dem Römischen Reich und dem Mittelalter, die Ruinen von Festungen und Burgen sowie Mauern an Orten wie San Felices de los Gallegos in Salamanca zeugen von einem reichen Erbe; aber auch von den zahlreichen Kriegen zwischen den spanischen und portugiesischen Königreichen im Mittelalter. Alte Traditionen wie die nomadische Viehhaltung, spiegeln sich in einem Netzwerk von Pfaden, bekannt als die Cañandas Reales, wider. Sie wurden 2007 in die Tentativliste für künftige Nominierungen zum UNESCO-Welterbe eingetragen.

Algerien: Belezma

Das Biosphärenreservat liegt am Fuß der Belezma-Berge im Norden des Landes in der Provinz Batna. Es schließt den gleichnamigen Nationalpark mit ein und ist bekannt für seine reiche Artenvielfalt. Mit 260 Quadratkilometern ist es ein eher kleines Biosphärenreservat.

(Quelle: UNESCO)

gateurope-2015-06-10 18:03:53
close

Enjoy this blog? Please spread the word :)

GOOGLE
http://gateurope.de/sieben-neue-biosphaerenreservate-in-europa
Follow by Email
RSS
SHARE