Wie Start-ups an Geld kommen können

Start-up

Ein eigenes Start-up im Internet auf den Weg zu bringen, ist für viele ein Traum. Doch wer ihn verwirklichen will, muss sich um die passende Finanzierung kümmern. Was es dabei zu beachten gibt, zeigen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank, die 2015 mit dem Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ Projekte prämierten, welche die Digitalisierung vorantreiben.

Das  Crowdfunding boomt. Immer mehr Privatpersonen sind bereit, sich gegenseitig Geld zu leihen, oder Unternehmen über eine Plattform im Internet zu finanzieren. Insbesondere Start-ups nutzen die alternative Finanzierungsquelle.

Neue Unternehmen verändern Wirtschaft

Mit innovativen, oftmals disruptiven Technologien und Geschäftsmodellen zeigen sie neue Wege auf. Nicht nur Internet- und eCommerce-Unternehmen wie Google, SAP und Amazon haben als Start-Ups begonnen, auch in der Biotechnologie, der Medizintechnik oder im klassischen Ingenieurswesen gibt es zahlreiche Beispiele für Unternehmen, die die Industrie und die Wirtschaft nachhaltig verändert oder gar neu erfunden haben.

Ende 2014 ging in den USA die Crowdfunding-Plattform Lending Club erfolgreich an die Börse. Im Mai 2015 eröffnete die weltweit erfolgreichste Crowdfunding-Plattform Kickstarter auch eine deutschsprachige Seite. Und im April verabschiedete der Bundestag ein Gesetz zur Regulierung von Crowdfunding

Start-up ist nicht gleich Start-up: Eine kleine Internetfirma, die eine Lifestyle-App anbietet, hat andere Bedürfnisse als ein groß angelegter Online-Versand. „Welche Finanzierung sich für eine Unternehmensgründung eignet, hängt stark vom Geschäftsmodell und dessen Zielsetzungen ab.

Professionelle Beratung miteinbeziehen

In der Gründungsphase kann der Investitionsbedarf noch gering sein, spätestens beim Markteintritt jedoch können hohe Marketingkosten entstehen“, sagt Dr. Christoph Westerburg vom Start-up Team der Deutschen Bank in Berlin.

Der Experte rät, auch den angepeilten Zeitplan in die Entscheidung mit einzubeziehen. „Schon in der frühen Phase der Gründung empfiehlt es sich, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen“, so Dr. Westerburg. Start-ups können bei der Finanzierung ihrer Idee in der Regel zwischen vier Möglichkeiten wählen:

Bussiness Angels und Venture Capitalists

Wer für seine Idee noch weiteres Eigenkapital oder eigenkapitalnahe Finanzierungen sucht, ist hier auf Investoren mit größerem Risikoappetit angewiesen. Um sogenanntes Wagniskapital können Gründer sich bei Business Angels und Venture Capitalists bewerben.

In der Regel bieten sie den Unternehmen nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern stehen ihnen auch mit Branchenwissen und einem umfassenden Netzwerk zur Seite. „Für alle Investoren gilt: Sie lassen sich nicht allein von effektvollen Präsentationen beeindrucken. Gefragt sind effiziente Prozesse, konkrete Zahlen und ein detaillierten Businessplan“, sagt der Experte.

Crowfunding-Plattformen

Wer glaubt, dass er mit seiner Idee viele Menschen begeistern wird, kann sein Glück auf einer Crowdfunding-Plattform versuchen. Dort tummelt sich aber mittlerweile viel Konkurrenz. „Um Nutzer langfristig für das eigene Projekt zu begeistern, sollten Start-ups Investoren bei der Stange halten, indem sie regelmäßig über den Fortgang des Projekts informieren und Fortschritte vermelden“, rät der Experte.

Außerdem empfiehlt er, die Kampagne erst in einer fortgeschrittenen Gründungsphase zu starten und sich gegen Ideendiebstahl abzusichern.

Bankkredite als Anschub

Wenn das Geschäftsmodell des Start-ups bereits die ersten Cashflows generiert, kann unter Umständen auch ein Bankkredit bei den nächsten Schritten des Wachstums helfen. Bevor das Darlehen bewilligt wird, müssen die Unternehmen jedoch ihre Bonität beweisen. Der Tipp vom Experten: „Je besser Banken das Start-up bereits aus der Zusammenarbeit in frühen Gründungsphasen kennen, desto besser ist die Grundlage für eine Kreditentscheidung. “

Staatliche und private Förderprogramme

Wie wichtig junge Unternehmen mit frischen Ideen für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind, haben auch staatliche Institutionen und private Firmen erkannt. Im Rahmen unterschiedlicher Förderprogramme unterstützen sie Start-ups mit finanziellen Mitteln oder Beratungsleistungen.

Die Agentur für Arbeit  vergibt zum Beispiel Zuschüsse und die KfW  unterstützt mit dem „Gründercoaching“ Beratungsstunden. Einen umfassenden Überblick über alle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union gibt zudem die Förderdatenbank .

Siehe auch:  „Crowdfunding für ökosoziale Projekte“ und „Gründer unterschätzen oft den Finanzbedarf“

(Quelle: OTS)

gateurope-2015-05-04 17:02:58