Frauen: Zu viel Gewalt und zu wenig Lohn

Für rund zwei Drittel der Deutschen sind die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen in Deutschland weit verbreitet. Handlungsbedarf sehen die Deutschen vor allem beim Abbau des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen sowie bei der Gewalt gegen Frauen.

Das hat eine am Donnerstag, 5. März 2015, von der EU-Kommission anlässlich des Internationalen Frauentags – oder Weltfrauentages – am 8. März veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage ergeben. Demnach wünschen sich 76 Prozent der Deutschen, dass die Bekämpfung von Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu den Prioritäten der EU zählen sollte.

Laut einem ebenfalls zeitgleich veröffentlichten Bericht über die Gleichstellung von Frauen und Männern liegt das Lohngefälle in Deutschland EU-weit mit am höchsten: Frauen in Deutschland verdienen in der Stunde 21,6 Prozent weniger als Männer, EU-weit liegt dieser Wert bei 16,4 Prozent. Das Rentengefälle beträgt demnach in Deutschland rund 45 Prozent, EU-weit 39 Prozent.

„Ein Drittel aller Frauen Opfer von Gewalt“

Vĕra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, bekräftigte ihre Entschlossenheit, Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in der EU zu bekämpfen: “Auch wenn die Chancengleichheit für Frauen und Männer mehr denn je Realität wird, bleibt noch viel zu tun. Verdient ein Mann in Europa einen Euro, so erhält eine Frau nach wie vor nur 84 Cent. Zudem sind Frauen in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert, und das gilt sowohl für die Wirtschaft als auch die Politik.

Das Schlimmste jedoch ist, dass ein Drittel aller Frauen schon Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt wurde. Dies kann nicht hingenommen werden. Ich bin fest entschlossen, diese Herausforderungen anzugehen und greifbare Ergebnisse zu erzielen.”

Laut der Eurobarometer-Umfrage meint ein Großteil der befragten Deutschen (47 Prozent), dass die Erhöhung des Frauenanteils auf dem Arbeitsmarkt vor allem durch gleichen Lohn für Frauen erreicht werden könnte. Weitere Maßnahmen wären mehr flexible Arbeitsregelungen (40 Prozent) und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Haushalts- und Betreuungsaufgaben (40 Prozent).

Věra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, erklärte am Freitag, den 6. März 2015: “Ich begrüßte die positive Abstimmung des Deutschen Bundestags für ein Gesetz zur Stärkung des Geschlechtergleichgewichts in Aufsichtsräten. Vielfalt in Aufsichtsräten von Unternehmen ist gut für das Geschäft! Das bringt die Talente, Ideen und Erfahrungen von Frauen und Männern  hervor. Wir zählen nun auf die deutsche Unterstützung für die vorgeschlagene EU-Richtlinie zum Geschlechtergleichgewicht in Aufsichtsräten.”

(Quelle: EU-aktuell / Foto: © Michael Rupprecht)

gateurope-2015-03-05 17:07:57